Von der „Abendröte“ zum Johannisstein

Diese Seite ist Heidrun Hänsch gewidmet, der Ortschronistin von Oybin-Hain. Sie weilt körperlich noch unter uns, kann aber nicht mehr teilhaben an den Bemühungen, die von ihr in jahrelanger akribischer Arbeit gesammelten Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Heidun Hänsch, Chronistin von Oybin-Hain.

Eine Übersicht der frühen Geschichte des Oybiner Ortsteiles Hain ist bereits im Internet verfügbar. Nunmehr kommt der Rundgang kombiniert mit einer interaktiven Karte hinzu. Wird auf einzelne Objekte geklickt, öffnet sich eine Kommentarspalte mit Bild und Informationen. Konnte bislang kein Bild gefunden werden, sind nur Textinformationen zu sehen. Die Karte lässt sich über einen Desktop-Computer ansehen. Es sieht aber so aus, dass die Fotos über I-Phone und Smartphone besser zu sehen sind.

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Rundgang Hain

Wer von dem im Tal gelegenen Oybin in westlicher Richtung blickt, sieht einen Höhenzug mit Wiesen und einzelnen Häusern. Es ist ein faszinierender Anblick. Der dazu auffordert, sich bergan zu begeben.
1834 hatte Hain 134 Einwohner. 1890 lebten in 26 Häusern 108 Personen. In der Sommerzeit erhöhte sie sich durch die Sommerfrischler, später als Urlauber bezeichnet.
Auch heute hat Hain zahlreiche Gäste. Wobei viele Menschen erst nach und nach das Zittauer Gebirge wieder entdecken.

Rundgang Hain
Eschengrundweg 1 Dorfplatz Eschengrundweg 2 Eschengrundweg 4 Grenzstraße Grenzstr. 1 Grenzstr. 2 Grenzstr. 3 Grenzstr. 4 Grenzstr. 5 Grenzstr. 5.1. Grenzstr. 6 Grenzstr. 7 Grenzstr. 8 Grenzstr. 10 Hochwaldweg 1 Jonsdorfer Str. 1 Jonsdorfer Str. 2 Jonsdorfer Str. 3 Jonsdorfer Str. 4 Jonsdorfer Str. 5 Jonsdorfer Str. 6 Jonsdorfer Str. 7 Jonsdorfer Str. 8 Jonsdorfer Str. 9 Jonsdorfer Str. 11 Jonsdorfer Str. 12 Jonsdorfer Str. 13 Jonsdorfer Str. 14 Jonsdorfer Str. 15 Jonsdorfer Str. 16 Jonsdorfer Str. 17 Jonsdorfer Str. 18 Jonsdorfer Str. 21 Jonsdorfer Str. 23 Spritzenhaus Krompach 175 Krompach 182 Krompach 189 Krompach ev. 17 Pfeifferborn

Eschengrundweg 1

Bauzeit: 1768
Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Adresse 1930: Hain 3 bzw. Hauptstraße 3.
Der Arbeiter Paul Richard Klausch ist ab 1893 der Eigentümer. Seine Frau und die zwei Söhne wohnen mit darin. Paul Richard Klausch wurde am 27. Dezember 1859 in Zittau geboren. Er verstarb am 18. Februar 1935 auf dem Hain. Von 1902 bis 1931 ist er in den Adressbüchern verzeichnet. Mal als Tagarbeiter (1900 und 1902) und mal als Bauarbeiter (1906 u. 1910). Streckenarbeiter ist sein Sohn Ernst Klausch (ab 1935 Eigentümer), dann Bahnhofsschaffner, den die Adressbücher  von 1926 bis 1931 als Bewohner aufführen. Sein Bruder Max verdient sein Geld als Fliesenleger (1932).

Dorfplatz

Straßenkreuzung in Hain 1905. (Foto von Bertha Zillessen, Quelle: Deutsche Fotothek)
Links unten ist heute der Parkplatz und gegenüber die Bushaltestelle.

Kreuzungspunkt von vier Straßen. Historischer Standort für kommunale Zweckbauten: u. a. Straßenwärterhaus, DRK-Heim, Lebensmittelverkaufsstelle am Standort der heutigen Bushaltestelle mit Gemeinschaftshaus.

Eschengrundweg 2

Bauzeit: 1806 (am Standort eines zuvor abgerissenen Umgebindehauses).
Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 2. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

August Werner Gotthelf ist 1860 erster namentlich bekannter Eigentümer. Von 1864 bis 1875 ist er ebenfalls zu finden. Von 1902 bis 1911 ist der Fabrikarbeiter Hermann Schüller in den Akten verzeichnet. Von 1900 bis 1910 zugleich in den Adressbüchern. Von 1911 bis 1953 ist Reinhold Fiedler Eigentümer. Das Adressbuch von 1926 vermerkt den Rentner Reinhold Fiedler, der 1930/31 eine Milchhandlung betrieb.
Im Adressbuch von 1930 ist das Haus unter der Adresse "Hauptstraße 1 " zu finden.

Eschengrundweg 4

"Villa Hütter" (Foto, um 1900)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: um 1900 gebaut.
Villa mit Bedienstetenwohnhaus im Stil des Späthistorismus. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Hain Nr. 2 (1900) bzw. Hauptstr. 2 (1930) waren die früheren Adresse dieses Hauses. Der in Zittau, Goethestr. 6, lebende Kaufmann Hermann Peuker ist 1902 erstmalig in Verbindung mit dem als "Villa Hütter" bezeichneten Gebäude genannt. Das ist auch 1906 und 1910 der Fall. Die Zollassistenten Gerhard Fritzsch (1926) und Gustav Langreder (1930/31) hatten darin vermutlich eine Dienstwohnung. Das Adressbuch 1930/31 vermerkt den Kaufmann Heinrich Peuker aus Zittau, Goethestr. 6, als Eigentümer.

Grenzstraße

Die Grenzstraße hat eine Länge von 750 m. Sie erstreckt sich im Kernbereich von Hain auf einer Höhe zwischen etwa 520 und 575 Metern über NN.
Für Rad- und Autofahrer ist der Anstieg sehr anspruchsvoll, da der Weg aus dem Ortskern heraus steil ansteigt und erst an der Passhöhe (Übergang nach Tschechien/Krompach) abflacht. Die Steigung an ihrer steilsten Stelle kurz vor der Passhöhe beträgt 16 Prozent.

Grenzstr. 1

Bauzeit: 19. Jahrhundert.

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus mit rückwärtigem Anbau, als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Grenzstr. 2

"Johannishof", Ferienwohnungen.

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 2. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt mit winkligem Scheunenanbau. Obergeschoss teilweise Fachwerk. Giebel und Scheunenanbau verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Historische Adressen: Hain Nr. 12 (1900); Hauptstr. 12 (1930)

Der Ökonom Gustav Leberecht Herzog war 1900 der Eigentümer. 1902, 1906 und 1910 wird er als  Gartenbesitzer und Landwirt bezeichnet. 1926 und 1930/31 wird der Wirtschaftsgehilfe Heinrich Herzog im Adressbuch aufgeführt.

Grenzstr. 3

Foto von 2025.

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit 2. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt, ohne Anbau. Obergeschoss Fachwerk verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Auf einem historischen Foto der Grenzstraße ist in der westlichen Giebelseite des Hauses die Jahreszahl 1906 zu erkennen. Sie steht vermutlich in Verbindung mit einer Erneuerung des Hauses.

Historische Adressen: Hain, Nr. 20 (1900); Hauptstraße 20 (1930)

Nachweisbare Personen:
Flammiger, Hermann Emil, Ökonom (1900)
Brückner, Hermann, Gartenbesitzer (1902, 1906, 1910 - Landwirt u. Gartenbesitzer, 1926 - Landwirt, 1930/31)

Mieter: Spiegelhauer, Louis, Maurer (1910)

Grenzstr. 4

Foto, um 1925 aufgenommen.
Grenzstr. 4 (links), darunter Spritzenhaus der Feuerwehr. Grenzstr. 5 auf der rechten Seite.

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt, mit Anbau. Obergeschoss teilweise Fachwerk, verbrettert. Giebelseite verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Historische Adressen: Hain Nr. 14 (1900), Hauptstr. 14 (1930)

Der Arbeiter bzw. Weber Friedrich Birnbaum ist 1900, 1902, 1906 und 1910 Eigentümer des kleinen Fachwerkhauses. Mieter ist 1902 Wilhelm Strietzel. Der Landwirt Alwin Wohnig wurde 1926 erstmals in Verbindung mit dem Haus genannt.

Trivia: In Hain blieben beide Majestäten vor dem Fenster des Hauses Nr. 20 stehen, um dem in der Holzstube emsig thätigen Weber Birnbaum zuzusehen. Auf einen Vorschlag der Königin begaben sich diese, ebenso König Albert und die Gräfin Einsiedel aber direct in die Stube des ebenso überraschten als hochbeglückten Gebirglers. Königin Carola ließ sich von dem Weber Birnbaum genauest über die Einrichtung und Handhabung des Webstuhls unterrichten und erhielt in bescheidener Weise alle gewünschte Aufklärung. Die Königin ging dann in das anstoßende Nebenstübchen, wo ebenfalls ein Webstuhl klappte, von Hand und Fuß der Wittwe Strietzel in Bewegung gesetzt. In theilnamsvollen Worten erkundigte sich Königin Carola nach den Verhältnissen der bejahrten schüchternen Frau und verabschiedete sich dann von ihr mit herzlichen Worten, nicht ohne zuvor ein reichliches Geldgeschenk gespendet zu haben. (Quelle: Moschkau, Alfred: Unser König Albert auf der Auerhahnbalz im Oybiner Revier, Zittau 1884, S. 12 f.)

Grenzstr. 5

"Villa Erika" bzw. Landhaus Erika. Foto um 1925.

Historische Adressen: Hain Nr. 19 (1900), Hauptstr. 19 1930)

Bauzeit: Ende 19. Jahrhundert.
Erste erwähnte Bewohner im Jahr 1900: Enst August Schwär, Steinarbeiter, mit Ehefrau Christiane. 1902 ist Ernst August verstorben und seine Frau alleinige Hausbesitzerin.
In den Jahren 1906 und 1910 wird Ignaz Ptacek, Bibelbote, in der "Villa Erika" erwähnt. Paul Kindler ist hier 1926 "Logierhausbesitzer "und Ernst Sasse um 1930 Inhaber der Fremdenpension "Erika".

Weitere Informationen.

Grenzstr. 5.1.

Historische Adresse: Hain Nr. 18.

Bereits 1930 könnte das Umgebindehaus abgerissen worden sein. Auf bislang durchgesehenen Aufnahmen von der Grenzstraße ist es nicht mehr zu sehen. Heute befindet sich auf dem Standort Garagen.
Die Bezeichnung Grenzstr. 5.1. ist fiktiv, um das einstige Grundstück zu lokalisieren.

Nachgewiesen ist in den Adressbüchern für eine begrenzte Zeit nur das Ehepaar Wehle.
Wehle, Josef, Kanarienvogelzüchter (1900, 1902 - Lohnweber, 1906)
Wehle, Franziska, verw. Handweber (1910).
Mit dem Tod von Franziska Wehle könnte das Haus ohne Eigentümer gewesen und dann nach und nach verfallen sein.

Grenzstr. 6

Grenzstr. 6, um 1960

1892 verfügte der Gartenbesitzer Hermann Wohnig auf dem Grundstück Hain Nr.15 über eine Wohnhaus. Über seinen Antrag auf Einbau eines neuen Schornsteines erhalten wir davon Kenntnis. Am 26. Juni 1894 stellte er den Antrag, " an Stelle des alten mit Fachwerk unter Strohdach erbauten Holzschuppens auf demselben Grunde einen massiven Anbau herzustellen und gleichzeitig ein Stockwerk aufzubauen und mit Ziegeldach zu versehen,  auch soll ... ein neuer Schornstein darin ausgeführt werden." An der Stützmauer zum Nachbargrundstück, Grenzstr. 8, entstand  1919 ein Wagenschuppen. In der ersten Hälfte der 1940er Jahre gab es umfangreiche Bauarbeiten auf dem Grundstück, u.a. eine Scheune. 1972 war die PGH Baureparatur Ostritz Eigentümer des Grundstücks, 1990/91 die KWV Ostritz. 1993 erwarb die aktuelle Eigentümerfamilie das Grundstück, ließ die Häuser abreißen und neu bauen. Ab September 1996 konnten die ersten Bewohner in die zehn Wohnungen einziehen.

Grenzstr. 7

"Wilhelmshöhe" (heute: Kammbaude), 1925.

Historische Adressen: Hain Nr. 17 (1900), Hauptstr. 17 (1930)

Ein Gasthof auf dem Standort der heutigen "Kammbaude" wurde erstmals um 1880 erwähnt. Alfred Moschkau, Historiker Oybins und seiner Umgebung, beschreibt einen Gasthof mit einer Glaskolonnade an der höchsten Stelle des Dorfes Hain. Besitzer  vom "Gasthaus Hain" ist nach seinen Ausführungen der Gastwirt Johann Gotthelf Marx. Eigentümer 1900 war Friedrich Wagner. Das galt so bis ca. 1909. Ab 1905 hieß das Restaurant "Kaiser Wilhelmshöhe" und wurde von Eduard Freidel geführt. 1905 wurde es in einer Publikationerwähnt.1926 hieß der Gastwirt der Grenzbaude "Wilhelmshöhe" Johannes Finger. Auch 1930/31 wurde die "Wilhelmshöhe" von ihm geleitet.
Nach 1945 wurde die Gaststätte in "Kammbaude" umbenannt. Nach 1950 Nutzung als Ferienheim des FDGB bzw. zuletzt Betriebsferienheim. Nach 1990 Privatisierung.

Nachweisbare Gastwirte u. Besitzer:
Wagner, Friedrich, Gasthofsbesitzer Gasthaus Hain (1900, 1902, 1906)
Freidel, Eduard, Restaurateur "Kaiser-Wilhelms-Höhe (1910)
Finger, Johannes, Gastwirt der Grenzbaude "Wilhelmshöhe" (1926, 1930/31)

Weitere Informationen.

Grenzstr. 8

Grenzstr. 8, in den 1920er Jahren.

Bauzeit: Mitte 19. Jahrhundert als Umgebindehaus mit Strohdach.

1892 war das Haus Hain 16 im Besitz des Webers Friedrich August Birnbaum. 1902 wird Theresie Karichs (verw. Hausbesitzerin) genannt. Der Hausbesitzer Otto Voigt (1906),  der Lohnweber Hermann Wohnig (1910), Oskar Wohnig, Fabrikarbeiter (1910) stehen in den Adressverzeichnissen in Verbindung mit dem Haus. Aus Anneliese Jehring (Haustochter, 1926 und 1930/31) wurde 1930/31 möglicherweise Annliese Mehnert die Ehefrau des Gendarmerie-Oberwachtmeisters Paul Mehnert, Paul. Adolf Jehring, Bauherr des benachbarten Restaurants "Franz Joseph Höhe", hatte es von Friedrich A. Birnbaum erworben. 1920 beantragte er den Ausbau des kleinen Häuschens, dass er zur Unterbringung seines Personals bzw. als Ferienwohnung im Sommer nutzte. Ungefähr zur Mitte der 1930er Jahre wurde ein Herr Höchtel neuer Eigentümer. Ab seiner Zeit erhielt das Haus verschiedene Bezeichnungen: "Landhaus Grenzstein", "Haus am Grenzstein" (1967). 1968 erfolgte der Umbau zum Betriebsferienheim. 1993 wird die heutige Grenzstr. 8 zum ersten Mal verkauft, 2015 erneut.

Grenzstr. 10

Adresse bezieht sich auf die ehemalige Sächsische Baude auf dem Johannisstein.

Hochwaldweg 1

"Villa Tanneck" Anfang der 1920er Jahren. Foto entstand unter dem Eigentümer Wilhelm Ewig.

Historische Adressen: Hain 21 b (1900), Hauptstr. 21 b (1930/31).

Angaben aus den historischen Adressbüchern:
Ferdinand Tiemann, Generaldirektor a.D. (1902, 1906)
Wilhelm Ewig, Kaufmann Inhaber der Autowerkstätten Ewig & Co. GmbH Zittau (1926, 1930/31)
Hermann von Mecheln, Privatier (1926)
Elisabeth Schulze, Hausschneiderin (1926).

Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 1

Bauzeit: 1906

Historische Adressen: Hain Nr. 31 (1900), Hauptstr. 31 (1930/31)

Das aktuelle Haus wurde 1906 gebaut. Nachdem zuvor das kleine Haus des Maurers Wenzel Hempel abgerissen wurde. Hempel wurde 1902 und 1906 als Eigentümer genannt. Eduard August Freidel, Gastwirt im Hain, betreibt die "Villa Abendröte" ab 1906. Emil Frenzel, Privatier aus Dresden, steht im Adressbuch 1910. Freidel starb am 9. Januar 1911 im Alter von nur 45 Jahren. Er hinterließ seine Witwe, Anna Pauline Freidel, und einen Sohn.  Ab 1920 gehörte das Haus den Geschwistern Lorenz, die es als "Landhaus Abendröte" führen. Rosa Lorenz, Fremdenheimbesitzerin, ist für 1926 amtlich verzeichnet. Das "Haus Abendröte" ist 1933 im Besitz der Oberin Emma Noack. Da diese in Swinemünde lebt, wird sie in Hain von ihrer Mieterin und Pensionsinhaberin Hedwig Jung vertreten. Hedwig Jung verstarb unverheiratet 1975. 1964 übernahm Erhard Klette die "Abendröte" und 1966 Peter Paulenz. Er führte es ab 1971 als "Cafè Abendröte". 1990 wird daraus die "Pension Abendröte". Im Besitz der Familie Paulenz ist "Pension und Cafè Abendröte" auch aktuell.

Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 2

Villa Zobel, um 1918.
Historische Adresse: Hain Nr. 5 (1900), Hauptstr. 5 (1930/31)

13.04.1896 Baubeginn des Hauses als "Villa Zobel".
Zobel, Heinrich, Privatus und Villenbesitzer (1900, 1902 - Privatier, 1906, 1910). Heinrich Zobel ist der Eigentümer des gegenüber stehenden Restaurants "Forsthaus Hain" (Jonsdorfer Str. 3).
1920 trägt das Haus die Bezeichnung Landhaus Herklotz. Nach den neuen Inhaberinnen Elisabeth und Frieda Herklotz. Die geprüften Schwestern nutzen es als Kindererholungsheim. In den Adressbüchern 1926 und 1930/31 sind sie verzeichnet. 1933 trägt es den Namen Landhaus Kinderlust. Als Haus Sonnenheim ist es 1972 bekannt und im Eigentum der Familie Palme. Über die Erben der Palmes ging es 1980 an einen neuen, den aktuellen Eigentümer.

Jonsdorfer Str. 3

Forsthaus Hain, auf einer Ansichtskarte aus den 1950er Jahren.

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: 1801 erbaut. Forsthaus mit westlichem Gebäudeanbau. Obergeschoss Fachwerk verbrettert, ehemals Umgebinde, Krüppelwalmdach, Sandsteinportal, Anbau eingeschossig mit ausgebautem Mansarddach und großen Fensteröffnungen der einstigen Gasträume. "Bau- und ortsgeschichtlich von Bedeutung."

Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 4

Foto, von 2025.
Bauzeit: 1840 durch Matthausch lt. Wappen im Türstock.
Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen:
1840, Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk, verbrettert. Sandsteinportal, Dachhecht "Baugeschichtlich von Bedeutung."
Historische Adressen: Hain Nr. 6 (1900), Hauptstr. 6 (1930/31)

Personen in Verbindung mit dem Haus:
1891 Ernst Gustav Pfeiffer (geb. 1834) läßt Nebengebäude anbauen. 1894 als Gartengrundstücksbesitzer erwähnt.
1900 Johann Lorenz Privat-Taubstummen-Anstalts-Vorstand (1900);
1902 Ernst Pfeiffer, Gartenbesitzer;
1905 Hermann Aulich baut Schornstein ein.
1906 Hermann Aulich, Tagarbeiter (1910 - Gartenarbeiter);
1906 Elisabeth Dittmann, Wirtschafterin;
1906 u. 1910 Arnold Fröhlich Fabrikbesitzer Warnsdorf;
Edmund Krämer, Kaufmann Zittau

Bekannte Nutzungen:
1925 Kinderpension "Haus Kinderlust"
1933 "Landhaus Lotte" (unbewohnt)
1935 Landheim des Höheren Mädchenschule mit Studienanstalt Zittau e.V.
1949 Erholungsheim der Oberschule Zittau
1954 - 1990 Kinderheim "Junge Welt"
1973 Anbau Küche
1990 Eigentümer Landratsamt Zittau
1997 Erbaupacht Diakonisches Werk Zittau
2001 Rückfall an Landratsamt Zittau
2002 Verkauf an Privat, Nutzung für Ferienwohnungen "Haus Hainblick"

Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 5

"Haus Hoffmann"
Bauzeit: 1. Hälfte 19. Jh.

Historische Adressen: Hain Nr. 28 (1900), Hauptstr. 28 (1930)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Eingeschossig mit Fachwerkdrempel. "Bau- und sozialgeschichtlich von Bedeutung."

Das Haus soll 1792 gebaut worden sein. Zumindest habe dies auf dem nicht mehr vorhandenen Türstock gestanden. Um 1900 trug es noch ein Strohdach.

Erste bekannte Eigentümer sind der Häusler und Weber Carl Gottlieb Hoffmann (1822-1895) und seine Frau Caroline Juliane (geb. Weber). Sie hatten vier Kinder Carl Gottlieb, Emilia Auguste, Auguste Emilie und Gustav Hermann.
In den Adressbüchern von 1902 und 1906 wurde eine Frau Hoffmann als verwitwete Hausbesitzerin genannt. Am 26. Mai 1906 beantragte Emilie Hoffmann den Einbau eines Schornsteines. Ihr Sohn Gustav wohnte bei ihr: Waldarbeiter (1906, 1910 - Böttcher u. Waldarbeiter, 1926, 1930/31). Gustav wurde 1874 geboren und verstarb 1936. Mit ihm im elterlichen Haus seine Brüder Max, Zimmermann (1910) und Paul, Waldarbeiter (1926, 1930/31). Die Frau von Gustav, Minna Emilie, verstarb 1928. Ihr gemeinsamer Sohn, Edmund Paul Hoffmann, lebte von 1900 bis 1985.
1983 wird es als "schönes und gut erhaltenes Umgebindehaus" beschrieben. Eigentümer war der Sohn von Edmund Paul Hoffmann, Frohmut Hoffmann. Als er aus Gründen des Alters und wegen der Gesundheit den Hain verließ. kümmerte sich die Familie um das Anwesen.

Jonsdorfer Str. 6

Bauzeit: 1731 (abgerissen), Neubau 1. Hälfte 19. Jh.

Historische Adressen: Hain Nr. 8 (1900), Hauptstr. 8 (1930/31)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit: 1. Hälfte 19. Jh. Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

1849 Kaufvertrag mit einem Herrn Schuster. Ein Ehepaar Schuster, Gustav Adolf und Anna Elisabeth, besitzt bis nach dem 1. Weltkrieg das Haus.
Die Adressbücher vermerken für diese Zeit:
Friedrich Wilhelm Zentsch, Ökonom (1900, 1902 - Gartenbesitzer)
Gustav Adolf Schuster, Baumeister u. Gartenbesitzer (1906, 1910).
1923 erwirbt der Kaufmann und Bierverleger aus Zittau, Edmund Krämer, das Haus.
In den Adressbüchern stehen:
Albert Lehmann, Zollassistent (1926)
Edmund Krämer, Bierverleger Zittau, Schillerstr. 13 (1930/31)
Hermann Rohne, Bergarbeiter u. Gartenpächter (1930/31)
Hildegard Rohne, Packerin (1930/31).

Von 1933 bis 1967 ist der Baumeister Otto Läuter Besitzer des Grundstücks. Danach erwirbt es das Ehepaar Warnke. 2001 Verkauf.

Jonsdorfer Str. 7

Bauzeit: 2. Hälfte 19. Jh.

Historische Adressen: Hain Nr. 27 (1900), Hauptstr. 27 (1930/31).

Der Waldarbeiter Hermann Wendler war vermutlich der Bauherr und wird in den Adressbüchern von 1900, 1902, 1906, 1910, 1926 und 1930/31 erwähnt. 1926 als Rentner u. Waldarbeiter, 1930/31 als Rentenempfänger. Seine erste aktenkundliche Erwähnung erfolgte am 10. Juni 1896 mit seinem Antrag auf Erweiterung des Hauses.  Mit im Haus lebten seine Söhne Ernst Wendler, Hilfsbriefträger (1906, 1910 - Waldarbeiter) und Oswald, Wirtschaftsgehilfe (1926, 1930/31). Von Oswald Wendler ging es an einen Erben, der es 1974 verkaufte. Der neue Eigentümer lebte bis zum neuerlichen Verkauf des Hauses im Jahr 2021 darin.

Jonsdorfer Str. 8

Foto, um 1910 entstanden.

Bauzeit:  Mitte 19. Jh.

Historische Adressen: Hain Nr. 7 (1900), Hauptstr. 7 (1930/31)

Rosine Wendler, verw. Restaurateurin (1900)
Wendlers Erben (1902). Der Kaufmann Wenzel Motz beantragt den Einbau eines Kramladens in das Wohnhaus.
1904 ist Otto Zweiffel Eigentümer des Hauses und beantragt den Bau eines Nebengebäudes. Pauline Zweiffel, seine Witwe, führt 1906 das Materialwarengeschäft. Felix Zweiffel, vermutlich ihr Sohn, ist als Kaufmann ebenfalls im Haus tätig. (1906). 1907 wird Paul Hentschel Eigentümer.  Er betreibt ein Materialwarengeschäft, verkauft Kaffee u. alkoholfreie Getränke und hat eine Posthilfsstelle mit Fernsprechbetrieb (1910).

Nach dem 1. Weltkrieg beginnt die Zeit unter der Familie Klettte.
Paul Oswald Klette wird 1926 und 1930/31 mit Restaurant u. Cafè sowie Kolonialwarenhandlung im Adressbuch genannt. Der "Fremdenhof Klette" wird 1950 von der HO übernommen. Bis 1990 wechselnde Betriebsleiter. 1997 Kauf des traditionsreichen Hauses durch die aktuellen Betreiber.

Weitere Informationen.

https://www.klette-oybin.de/

Jonsdorfer Str. 9

"Landhaus zum Ritter" (Foto um 1913)
Bauzeit: 10. Oktober 1853

Historische Adressen: Hain Nr. 26 (1900), Hauptstr. 26 (1930/31)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit: 2. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus mit rückwärtigem Anbau, als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk verbrettert. Beide Giebel verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Christian Friedrich Knobloch wird 1850 als Eigentümer erwähnt. 1892 ist das Friedrich Herrmann Wendler und 1898 Gustav Moritz Wendler. Letzterer ist in den Adressbüchern verzeichnet: Gustav Moritz Wendler, Waldarbeiter (1900, 1902 - Waldwärter, 1906, 1910). Auf ihn folgt Julius Herzog, Nachtwächter u. Rentner (1926, 1930/31 - Hausbesitzer). In seiner Zeit, ab 1913 ist er nachgewiesen und als Nachtwächter tätig, wird aus dem Haus das Landhaus zum Ritter. 1939 verstirbt Emilie Herzog, die Frau von Julius, und ihre Nichte Marta Herzog, Diakonieschwester, erbt es. 1953/54 verkaufte Martha Herzog das Haus an Emil Schluckner und seine Frau. Sie waren 1945 auf der Flucht aus Tschechien auf dem Hain untergekommen. Zunächst in der Kammbaude, dann bei Schwester Martha. Nach dem Tod von Elsa Schluckner im Jahr 2000 erhielt es neue Eigentümer.

Jonsdorfer Str. 11

Jonsdorfer Str. 11, Foto von 2001.

Bauzeit: um 1900

Historische Adressen: Hain Nr. 25 (1900), Hauptstr. 25 (1930/31)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit: um 1900. Zeittypischer Putzbau mit Klinkergliederung, Freigespärre im Giebel. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Vorgängerbau von Ehrlich, einfaches Haus mit Strohdach, wurde per Antrag von 9. März 1899 abgerissen und durch einen Villenneubau ersetzt.
Karl Bäßler, Rentier aus Zittau, ist Bauherr und erster Eigentümer. In den Adreßbüchern von 1902, 1906 und 1910 ist er als Privatier und Villenbesitzer enthalten. 1905 wurde die Villa erstmalig in einem Urlauber-Katalog inseriert.
Georg Schmidt, Hilfsexpedient (1926, 1930/31 - Hilfsarbeiter).
Georg Schmidt wird in der "Zittauer Morgenzeitung" v. 31.3.1914 als Eigentümer der früheren Villa Bäßler genannt.
1945 wohnten in dem Haus Umsiedler- bzw. Flüchtlingsfamilien. Für 1971 wird Dr. Rudi Rand aus Hirschfelde als Besitzer genannt. Im haus wohnen mehrere Mietparteien, darunter die Ehefrau von Rand. Ab 1990 verlassen die bisherigen Mieter das Haus. Zwischen 1991 und 2002 erfolgte vermutlich der Übergang des Hauses an die heutigen Eigentümer.

Jonsdorfer Str. 12

Foto von 1926.

Bauzeit: um 1900

Historische Adressen: Hain Nr. 35 (1900)

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit: um 1900. Massivbau mit aufgeblendeter Fachwerk-Drempelzone, überdachter Eingangsbereich, Wintergarten aus Holz, "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Jonsdorfer Str. 13

Historische Adressen: Hain Nr. 23 (1900), Hauptstr. 23 (1939/31)

Aus den Adressbüchern wurden für dieses Grundstück nachfolgende Angaben entnommen:
Karl Gustav Keller, Materialwarenhändler (1900);
Gustav Keller, Gartenbesitzer und Materialwarenhändler (1902, 1906, 1910);
Otto Keller, Landwirt (1926, 1930/31 - Maurer)
Auguste Keller, Witwe (1930/31).
1952 baut Ferdinand Winter ein Wochenendhaus. Ab 1965 wechselnde Eigentümer. Seit 2016 von den aktuellen Inhabern bewohnt.

Jonsdorfer Str. 14

"Landhaus Elise", Foto von 2025.

Bauzeit: 1905

Historische Adressen: Hain Nr. 36 (1900)

"Landhaus Elise"

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit: um 1900, Wohnhaus im Landhausstil. Komplett holzverschalt. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Im Frühjahr 1905 beantragte Martha Sell, Villenbesitzerin aus Zittau, den Bau eines Landhauses auf dem Grundstück mit der Flurnr. 64 d. In Zittau bewohnte sie mit ihrem Mann, dem Kaufmann Heinrich Sell, das Gründerzeithaus mLessingstr. 21. Ihr Sohn Heinrich Sell jn. war ebenfalls Kaufmann und mit der Fabrikation von Hosenstoffen befasst. 1906 war das Haus fertiggestellt und sollte ihr für den Aufenthalt im Sommer dienen. Otto Sachse, Kaufmann aus Bautzen, ist ab 1922 Eigentümer. Im Adressbuch von 1926 ist er verzeichnet. Bis in die erste Hälfte der 1940er Jahre sind die Sachses Eigentümer. 1950 geht es per Kauf in den Besitz der Familie Würfel über. 2018 erwerben es die jetzigen Eigentümer.

Jonsdorfer Str. 15

Vorderansicht lt. Bauantrag von 1926.
Bauzeit: Mitte 19. Jh. und 1926

Historische Adressen: Hain Nr. 22 (1900), Hauptstr. 22 (1930/31).

Das Grundstück ist vermutlich seit Mitte des 19. Jh. mit einem einfachen Haus bebaut gewesen. Dieses wurde abgerissen und 1926 durch einen Neubau ersetzt.
In den Adressbüchern sind folgende Angaben zum Grundstück zu finden:
Karl August Ehrlich, Botenfuhrmann (1900)
Frieda Ehrlich, verw. Botenfrau (1902)
Frieda Ehrlich, Fabrikarbeiterin (1906)
Josef Jirschik, Tagarbeiter (1906)
Wilhelm Krumpolt, Zahntechniker Zittau (1910)
Julie Lochmann, Schuhmachersehefrau (1910).

1926 baute der Kaufmann Wilhelm Schroedter auf dem Grundstück. Bei wechselnden Mietern bzw. Pächtern verblieb das Haus im Eigentum der Schroedters. Letzte Eintragung im Zusammenhang mit ihnen aus dem Jahr 2016. 2017 an die aktuellen Besitzer verkauft.
Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 16

Das Haus im Jahr 1983.

Bauzeit: 1904

Historische Adressen: Hain Nr. 37 (1900)

1904 gebaut von dem Kaufmann Heinrich Sell aus Zittau. Max v. Loeben, Oberst a. D. aus Dresden wird im Adressbuch von 1906 und von 1910 genannt. Zu seiner Zeit wurde das Haus "Villa Siakar" genannt. Es könnte sich bei dem Namen um den sächsischen Ausspruch "Si a kar" (Siehst Du das?) handeln. Seine Frau Marie v. Loeben, Private aus Dresden-Strehlen, steht im Adressbuch von 1926. 1933 ist das Haus noch im Besitz der von Loebens. 1942 ist es im Besitz von Anna Ewig, der Witwe des vormaligen Besitzers der Villa Tanneck. Sie gibt ihm den Namen "Haus Lugaus". Bis 1953 gehört es ihrer Tochter, Frau Rühling. Von 1953 bis 1960 ist es in der Obhut der Gemeindeverwaltung Oybin. Hellmut Haschke kaufte 1960 das Haus und 1990 das Grundstück. Seine Frau starb 2016.

Jonsdorfer Str. 17

Foto von 2025.

Bauzeit: Mitte 19. Jh.

Historische Adressen: Hain 21 (um 1900), Hauptstr. 21 (1930).

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Durch Adressbuch nachweisbare Personen:
Paul, Moritz, Ökonom (1900)
Paul, Hermann, Musikus (1902)
Brückner, Hermann, Gartenbesitzer (1906, 1910)

Jonsdorfer Str. 18

Historische Adressen: Hain Nr. 38 (1900)

Personen in Verbindung mit dem Grundstück lt. Adressbuch:
Dr. Otto Goldberg, Direktor Zittau (1906)
Goldberg, Professorswitwe Zittau (1910)

Jonsdorfer Str. 21

Bauzeit: 1. Hälfte 19. Jh.

Historische Adressen (vermutet): Hain Nr. 11 (1900), Hauptstr. 11 (1930/31).

Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen: Bauzeit 1. Hälfte 19. Jh., Umgebindehaus als Wohnhaus genutzt. Obergeschoss Fachwerk verbrettert. "Baugeschichtlich von Bedeutung."

Sollten die Adressangaben stimmen, wären folgende Personen mit dem Haus verbunden:
Johann Gottlieb Pfeiffer, Ökonom (1900, 1902 Gartenbesitzer)
Ernestine Pfeiffer, Hebamme (1902)
Paul Sahlender, Dr. phil., Oberlehrer Zittau (1906, 1910 - Sahlender & Neumann, Prof. Dr., 1930/31 - Prof. Dr. wohnh. Zittau, Goethestr. 19)
Neumann, Gartenbesitzer Zittau (1910)
Wenzel Pöhan, Gartenpächter (1906, 1910 - Pyhan, 1926 - Landwirt, 1930/31).

Weitere Informationen.

Jonsdorfer Str. 23

Nicht mehr auf dieser Karte zu sehen. Einstiges Cafè Waldheim. Heute Wohnhaus. Im Hintergrund Johannissteinbaude.

Spritzenhaus

KI-Rekonstruktion des Spritzenhauses in Hain.

Standort zwischen Grenzstr. 2 und 4.
Erstmalig erwähnt 1902. Abrissdatum nicht bekannt, vermutlich nach 1970.

Möglicherweise ungefähr zur gleichen Zeit gebaut, wie das noch erhaltene Spritzenhaus in Oybin, gegenüber Hauptstraße 6.
Lt. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen ist das Oybiner: Ende des 19. Jh. gebaut. Klinkerbau mit Ziergiebel, ortsgeschichtlich von Bedeutung.
Das Bauwerk in Hain  war in einfacherer Weise ausgeführt.

Krompach 175

Johannissteinbaude (Böhmische Baude), Ende 1920 er Jahre. Dahinter das Dach der Säöchsischen Baude.

1880 wurde die Gastwirtschaft Johannisstein von dem Krombacher Gastwirt Zippe auf einem Grundstück des ehemaligen "Dreilinden-Gutes" gebaut. 1904 trug die geräumige Gastwirtschaft die Adresse Krombach Nr. 175. Es gab einen Tanzsaal sowie Fremdenzimmer für bis zu 10 Personen, Kostenpunkt für ein Nachtlager Kr 1,80.
Beim Bau der Gastwirtschaft fand man Pfeilspitzen, verschiedene Münzen und andere Relikte der Vergangenheit. 1881 erschloss Zippe den Felsen durch eine Treppe mit 40 Stufen und baute darauf eine Aussichtswarte mit einem Automat-Fernrohr.

Aktuelle Adresse u.a. Grenstraße 10.

Weitere Informationen.

Krompach 182

Restaurant Franz Josef`s Höhe, 1920er Jahre.

Das Gasthaus "Kaiser Franz Josefshöhe" wurde 1903 erbaut. 1910 teilte der "Nordböhmische Exkursionsklub" in seiner Mitteilung Nr. 3, S. 66 mit: "Der Johannisstein am Kammwege bei Krombach ist jetzt auf einem neuen Verbindungswege von dem Hotel ´Kaiser Franz Josefshöhe` zu erreichen."

Krompach 189

Wiedergestelltes Haus für Ferienwohnungen mit von einer eindrucksvollen Mauer umgebenen Gartenanlage und Pavillon. Problem für Eigentümer und Nutzer: keine Wasserversorgung.

Aktuelle Adresse: Krompach 189

Krompach ev. 17

Die tschechische Abkürzung „ev. č.“ (häufig auch „ev.“) steht für „evidenční číslo“ und bedeutet auf Deutsch „Evidenznummer“ oder „Registrierungsnummer“.
In Tschechien gibt es zwei Arten von Hausnummern. Die klassischen Nummern (číslo popisné) kennzeichnen dauerhaft bewohnte Gebäude. Nummern mit „ev. č.“ werden für Gebäude vergeben, die nur der Erholung dienen (Gartenlauben, Wochenendhäuser/Datschen) oder für Neubauten, bevor sie offiziell als dauerhafter Wohnsitz zugelassen sind.
Adressen mit „ev. č.“ werden wie normale Adressen behandelt, dienen dem Briefträger aber als Hinweis, dass es sich um ein Freizeitgrundstück handelt.

Pfeifferborn

Die Grundlage für die Entstehung und Entwicklung einer Siedlung war und ist das Vorhandensein von trinkbarem Wasser. Die topographische Karte von 1904 zeigt im nahen Umfeld von Hain eine Quelle (links der Ludwigshöhe) und einen am Ortsausgang in Richtung Oybin entspringenden und parallel zur Straße nach Oybin verlaufenden Bach.
In den historischen Unterlagen wird der Pfeifferborn (benannt nach dem Eigentümer des Grundstücks) als die Quelle genannt, aus der sich die Einwohner von Hain versorgten. 1914 beantragte der damalige Eigentümer der heutigen Villa Jonsdorfer Str. 11, an die Hochwaldwasserleitung angeschlossen zu werden. Zur Begründung gab er Schwierigkeiten mit der Wasservorsorgung aus dem Pfeifferborn an.
Mit dem Anschluss der Häuser des Hain an die zentrale Wasserversorgung verlor die Quelle an Bedeutung. Das Wasser wurde über einen Graben ("Hainer Wasser") mit einer Breite von 65 cm auf das Grundstück Jonsdorfer Str. 8 geleitet. 1929 ist der Graben in einer Bauzeichnung eingetragen. 2005 gab es nur noch einen schwachen Wasseraustritt.

© GeschichtsManufaktur Potsdam, 01. Juli 2026